Die Orgel

Aus Dokumentation Obersiebenbrunn
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Die Orgel

Text erstellt von Helga Hansi, Obersiebenbrunn

Die Orgel der Pfarrkirche Obersiebenbrunn, ohne Orgelprospekt und Chorbrüstung. Foto: Mag. Günther Zier

Es ist wahrscheinlich, dass es in unserer 1724 vollendeten Kirche auch bald eine Orgel gab. Ob es eine Neue oder vielleicht die aus der „alten“ Kirche war, kann nicht mehr festgestellt werden.

Im Jahr 1782/83 wurden 550 fl für eine neue Orgel ausgegeben. Diese befand sich im Jahre 1859 in einem sehr schlechten Zustand. Mehrere Orgelbauer meinten, dass sie eine Reparatur gar nicht mehr wert sei. Doch Hannes Alois Hörbiger, ein Orgelbauer von Atzgersdorf, übernahm diese Arbeit und nach 6 Wochen stand die Orgel wieder brauchbar da. Die Kosten von 375 fl waren jedoch viel zu hoch um von den Einkünften der Kirche bestritten zu werden. Der damalige Patron der Kirche, Max Graf von Kollonitsch, lehnte es ab diese Summe gegen ratenweise Zurückzahlung vorzustrecken.

Mathias Dienst, damaliger Bürgermeister, lieh der Pfarre den Betrag von 300fl gegen eine 5%-ige Verzinsung und erklärte sich zufrieden, wenn ihm je nach Möglichkeit diese Schuld abgezahlt werde.

Die Orgel hielt wiederum ein paar Jahrzehnte, aber 1898 war doch eine neue, das ist die derzeitige, notwendig.

Aus der Chronik:

„Durch die Güte Sr. Eminenz des Cardinals Dr. Gruscha erhielt die Kirche in diesem Jahr (1898) eine neue Orgel von Kauffmann in Wien gebaut im Preise von 2500 fl. Dieselbe wurde von dem Decan der theol. Fakultät in Wien, dem Herrn Dr. Bernhard Schäfer, der vom Cooperator eingeladen wurde, feierlichst eingeweiht.“

Der Prospekt an der Chorbrüstung samt 23 Zinnpfeifen sind der Rest der alten Orgel von 1783. Es wird immer wieder vermutet, dieser Orgelprospekt sei die kleine Orgel aus der Hieronymuskapelle. Es gibt aber vom 23. Mai 1787 einen Bericht des Dechants Carl Titus aus Bockfließ an das erzbischöfl. Konsistorium, in welchem eine Aufstellung über das Inventar der Kapelle gemacht wurde, worin es u.a. heißt „ ….Capelle St. Hieronymi ist gesperrt, ……von Kirchengerätschaften hat man anno 1785 nichts empfangen.“

Am Orgelkasten ist folgende Inschrift angebracht:

„Laudate dominum, in sono tubae, laudate eum in psalterio et cithera, laudate eum in cordis et organo.“
“Lobet den Herrn mit Posaunenklang, lobet ihn mit Harfen und Zitherspiel, lobet ihn mit Saiten- u. Orgelspiel.“

Ursprünglich wurde die Orgel durch die Statue der hl.Cäcilia, der Patronin der Kirchenmusik (oder Hl. Maria?) und 4 Engeln gekrönt. Aber anläßlässlich der Kirchenrenovierung 1961/62 entfernte man die Figuren. Seit der letzten Kirchenrestaurierung Mitte der 1980er Jahre ist die Figur der Cäcilia mit 2 Engeln über der Sakristeitür angebracht. Die anderen 2 Engelsfiguren schmücken den Hochaltar.

Die Orgel hat 810 Pfeifen, teils aus Zinn, teils aus Holz; 12 Register, 2 Manuale

1.Manual   Bourdon 16`    ( *Fuß)
           Principal 8` 
           Salicional  8`
           Flauto Major  8`
           Oktave 4`
           Mixtur 2 2/3`   IV-fach

2. Manual  Lieblich gedeckt  8`
           Viola di Gamba   8`
           Rohrflöte    4`

Pedal      Subbaß  16`
           Violon Cello  8`
           Octavbaß  8`

Manual:    C- f  3, 54 Töne
Pedal:     C-d   1, 27 Töne

Im August 1928 wurde der Blasbalg der Orgel repariert und die Orgel selbst gründlich gereinigt und gestimmt.

Acht auf rätselhafte Weise verschwundene Zinnpfeifen mussten neu ersetzt werden. Im Spätherbst 1959 wurde ein elektrischer Orgelmotor von der Fa. Eppel aus Wien eingebaut.

Die Obersiebenbrunner Orgel wurde 1998/99 von der Fa. Wolfgang Bodem aus Leopoldsdorf / Wien komplett restauriert und steht jetzt wieder so vor uns, wie sie seinerzeit gebaut worden ist und auch so wie sie damals geklungen hat.


Quellen:

Orgelprospekt

Vor der großen Orgel wurde eine kleine Orgel montiert. Diese wird als "Orgelprospekt" bezeichnet. Das Besondere an diesem Element ist, dass dies echte kleine Orgelpfeifen sind, weil diese kleine Orgel viele Jahre vorher in der Hironymuskirche Obersiebenbrunn schon verwendet wurde. Sie passt zwar nicht ganz zum Stil der großen Orgel, aber hier wurde ihr ein würdiger Ort zugewiesen. Quelle: Ing Gerhard Frohner.--WikiSysop2 18:16, 7. Jan. 2010 (UTC)


Orgel-Prospekt.jpg

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