Fredis Jagagschichten

Aus Dokumentation Obersiebenbrunn
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gesammelt und erzählt von Gerhard Frohner.

Inhaltsverzeichnis

Die Dammhirsche im Schloßpark

Bürgermeister Slavik kauft 2002 in der Steiermark Dammwild und lässt es im Schlosspark aussetzen. ( 2 Tiere und einen Hirsch)

Am 4. April vergessen die Kopten das Tor zu schließen. Um halb ein Uhr sind alle Hirsche heraußen im Dorf.

Der Gerschlager Franzi ist mit etlichen Jagdfreunden im Gasthaus Kopriva und feiert die Erlegung seines Schnepfen. Als die Verständigung vom Ausreißen der Dammhirsche eintraf, sprangen sie sofort in die Autos, um die Hirsche schnell wieder zurückzutreiben. Die beiden Tiere, die in der Nähe des Tores äsen, sind rasch wieder im Park. Der Hansi jedoch ist schon Richtung Dorfmitte unterwegs. Auch dieser wird mittels Auto aufgehalten und verdrückt sich entlang der Stübeln. Der Bürgermeister, sein Chef, kommt von der Weyrichgasse angefahren, stellt bei seiner Maschinenhalle den PKW quer zur

Fahrbahn. Da kommt auch schon der Hansi auf ihn zu. Der Chef heraus aus dem Auto, klatscht in die Hände und redet gütig auf den Gehörnten ein : „ Hansi, geh ham,- Hansi geh schön ham:“

Auf der Terrasse des Wenzel Bernd sind er und seine Frau. Beide durch die Geräusche in dieser Nacht aufgescheucht, lauschen in die Finsternis hinein. Sie hören die freundliche Aufforderung des Bürgermeisters „Hansi geh ham,- Hansi geh schön ham - Hansi geh schön ham!“

Am nächsten Tag erzählt man sich in Obersiebenbrunn, dass der Radl Hansi einen fürchterlichen Niegel hatte und dass ihn der Bürgermeister andauernd ermahnte, er möge doch endlich brav heimgehen.!

So entstehen schreckliche Gerüchte !

Die Schnepfenjagd 2002

Burli, Bgm. Josef Slavik, will auch dabei sein. Er wendet sich an Fredi, der komischerweise einen Riecher für den Zug dieser Vögel hat. Sie begeben sich in den Wald des Naimer Ali, nehmen Aufstellung und harren der Dinge. Es dunkelt und schon streichen die ersten Schnepfen. Doch außer Schussweite.

Burli wird schon leicht nervös.

Doch da kommt schon ein Pärchen, direkt auf ihn zu. Ein Schuss, ein Knall, kein Treffer! Der Schnepf, sehr geschockt, verreißt seine Flugbahn und kracht direkt neben den Schützen in einen Baumstamm. Fredi, sehr verwundert, sieht – er kann’s nicht fassen -, dass der Schnepf mit seinem Stecher im Baumstamm steckt, kurz noch flattert und dann ist es aus mit ihm. Doch, oh Schreck, der Schnepf steckt weiter hin am Stamm in einer Höhe von 5 Meter.

Ratlos starren beide Jäger den Stamm hinauf.

Fredi, der schneller entschlossen, hat sofort die Idee wie der Langschnabel zu bergen ist. Ein Hund ist machtlos!

Es gibt nur zwei Möglichkeiten:

Erstens, rasch ins Dorf heimfahren, eine ferme Katze holen, welche hinaufklettern kann, oder eine Motorsäge her und den Baum fällen. Man entschließt sich für das Zweite.

- Lacht da jemand?-

Beweis für die Richtigkeit dieser Geschichte ist:
Man kann den präparierten Schnepf bei Mahdalicek Peter besichtigen.

Der Burli will auch einmal einen Hochstand benützen!

Der Burli Slavik und sein Pirschführer Peter sind schon wegen der blöden Anspielungen, „Jagdrevier Silbersee“, angefressen und wollen einmal irgendwo anders ihr Glück versuchen. Der Hofer Ritschi hat am Weikendorfer Weg einen Komforthochstand hingestellt, dieser wäre der richtige für diese Jaga. Vom Gemeindewald, sowie auch von der Hutweide kämen, über die Trifft, genug Böcke heraus. Hier könnte ja etwas Passendes dabei sein.

Der Anmarschweg ist jedoch weit. In der Nähe ist es nicht möglich unbemerkt zu Parken. So müssen sich Beide, auf den langen Weg, anpirschen. Auf leisen Sohlen, bzw. auf leisen Zehenspitzen, pirschen sie. Die Wadeln sind verkrampft, die Zehen schmerzen als sie ankommen. Doch oh Schreck, - die Leiter ist weg! Hofer Ritschi hat diese jedoch noch nicht montiert.

In der Folge hört man nur lautes Fluchen, dass dabei sogar so manche Blätter, im nahen Wald, abfallen. Es bleibt nur der lange Marsch zurück zum Auto, welches wieder einmal als bequemer, fahrbarer Ansitzstand herhalten muss.

Dabei treffen sie den „Gelben“, welcher gerade vom Ackern nach Hause fährt. Dieser erzählt ihnen folgende Geschichte:

Er ackert gerade neben der Gänserndorferstrasse, als ein Auto in den Graben schleudert. Zwei feine Damen steigen aus, stehen verzweifelt daneben. Auf einmal macht sich die eine auf und stolziert mit ihren Damenschuhen über das geackerte Feld in Richtung Wagner. Er, der stets höfliche, lässt sie ruhig herankommen. Diese Dame ersucht ebenfalls sehr höflich, er möge bitte kommen, denn der eine Reifen hat einen Platten. Vielleicht könnte er den Reifen wechseln. Der „Gelbe“, der absolut keine Lust zum Helfen verspürt, meint nur: „I nix verstehn „!

Die jetzt nicht mehr feine Dame verkündet ihrer Partnerin: „ Schon wieder so ein Scheiß – Jugo. „ Der „Gelbe, „ über dieses Lob hocherfreut, ackert in aller Ruhe sein Feld fertig und beobachtet, wie irgendein anderer Trottel den Beiden behilflich ist.

Ein lieber Jagdgast hat Schwierigkeiten

Der Köpl – Baurat brachte uns einen lieben Jagdgast. Lustig und bei jeder Hetz dabei. Die Figur ein wenig dicklich, nicht sehr groß, ein Pensionist.

In seiner aktiven Zeit war er beim Bundesheer und bekleidete den Rang eines Obersten.
    >>Sein Name war Pischinger.<<

Also er kam zu einer Kreisjagd, die es damals noch gab.

Kreis: Hirschlisse, das ist Grenze Glinzendorf – Ostbahn – Bahnstrasse – Neusiedlerstrasse. Ein Kreis, - riesig groß!

Eine Gruppe wurde vom Jagdleiter Ricker von der Hansy-Grube ausgeschickt, die zweite Gruppe war mir zugeteilt. Wir fuhren mit einem Traktor mit zwei Anhängern. Ausgehpunkt war hinter der Selbach-Remise bei der Bahn. Dort neben der Bahnlinie war eine kleine, mit Bäumen und Sträucher bewachsene ehemalige Schottergrube.

Noch gab es keine Windschutzanlagen und wir konnten sehen, dass die Rickerpartie schon ausging.

Pischinger, noch auf dem Wagen, wird unruhig. Bei der Leiter ist beim Absteigen ein Gedränge. Dem Pischinger geht es zu langsam und er springt über die Bordwand hinab.

Au – weh! Ventil reißt durch.

Mit sehr komischen, verrenkten Beinen saust er hinunter in die Grube.

Plötzlich wissen wir was dies bedeutete. Er brauchte unbedingt einen Baum, hinter dem das Geschäft angeblich am besten zu verrichten ist. Bei Pischinger ist der Zug aber bereits abgefahren und leicht stinkend kommt er nach einiger Zeit wieder unters Volk zurück. Zur Erinnerung ließ er sogar seine lange Unterhose am Tatort liegen.

Von dieser Zeit an hieß er bei uns nicht mehr der Pischinger, sondern -

Gackinger!!!!!

Der Tanzbär

Der Manfred Werner heißt bei uns einfach „Werner“. Er wurde uns einst vom Frohner Gerhard II gebracht. Beide waren damals zusammen bei der Fa.Magrutsch, (ein großer Wursterzeugungsbetrieb in Wien) tätig.

Werner hatte sich bald einen Fixplatz bei uns erobert. Zum einem durch seine Trinkfestigkeit, welche hier einen hohen Stellenwert hat, zum andern wegen seiner poetischen Ergüsse, welche er beim Schüsseltrieb als „Evangelium“, niederschriebt und verkündet.

Da er seine Trinkfestigkeit stets beweisen wollte, war er natürlich nach jeder Jagd bumsvoll. Der Heimweg nach Wien war sehr risikoreich, daher kehrte er vorerst meist im „Hotel Hansyweg“ ein. Nach einer längeren Alkoholverdunstungsstunde begann er, seinen unterbrochenen Heimweg fortzusetzen.

Der Mehling-Pepi, ein Kaffeesieder aus Perchtoldsdorf war ebenfalls ein gern gesehener Gast. Dieser hatte immer seine Ziehharmonika, seine 2 Weimaraner und sein Eheweib mit dabei. Bein Harmonikaspiel konnte man gerade noch die Melodie erkennen. Ein Lied lag ihm besonders am Herzen: „Kalinka.“

Werner konnte sich der Faszination dieses Stückes nicht entziehen und begann sofort, mit tot ernster Mine, dazu zu tanzen. Seit dieser Zeit hatte er auch den Titel “Tanzbär“.

In heutiger Zeit ist Werner ein solider Jäger geworden, dem der Wein noch immer mundet, aber mit Maß und Ziel. Musikalisch betätigt er sich als Jagdhornbläser bei der „Pforrerjagd“

Der Klosterjäger

Der Burli, unser stillgelegter Bürgermeister,
ab nun auch „Klosterjäger“ heißt er,
verlegt flugs sein Silberseerevier
nach hier,
in den Park des Prinz Eugen
und will hier auf die Pirsch nun geh`n.
Da, wo einstens fromme Klosternonnen,
so manche Einsicht hab’n gewonnen.


Den Hochstand, den er hier benützt,
hätte auch den Kaiser Franz Josef hoch entzückt.
Jener musste im fernen Ischl auf ein Holzg’stell klettern.
Der Burli hier, sitzt nicht auf Brettern,
sondern residiert mit seinem Jäger schon,
in des Prinzen Pavillon.
Der Rundblick führt durch alle Fenster raus,
die Gelsen kommen auch,- oh Graus!
Von Ferne erklingt das Schnattern von Burlis Ente
im abendlichen Ambiente.
Zwei Weiber, von einst stattlichen Dammwildscharen,
erfreuen ihn, weil sie einst sein Eigen waren.
Anstatt des Hirsches zieht über den Weg,
ein Ziegenbock, - der schon verfegt.
Allmählich,- der Abend senkt sich nieder,
zum Auge geht das Fernglas wieder.
Hinausgelugt, immer im Kreis,
auf seiner Stirn steht kalter Schweiß.
Und plötzlich, - der Oberjäger raunt ihm leis` ins Ohr:
„Blick in die Allee rein, mir kommt es so vor,
als dass die Sau schon kommt herbei.“
Dem Burli erstarren die Händ`, - wie Blei.
Denn, eine Sau in diesem Park,
das ist auch für ihn recht stark.
Beim Jagern ist zwar alles drinn,-
der Püs schoss gestern auch im Satzeling,
eine schwere, starke Sau,
welch er in der Hosentasche heim trug zu seiner Frau.
Doch rasch erfasst er die feine Jägersprache
und kommt flink auch nun zur Sache.
Ein Schuss hallt durch die heil`gen Hallen,
Diana ist fast runterg`fallen.
In der Allee haucht einstweilen der Bock sein Leben aus.
Doch die Arbeit jetzt, die ist ein Graus!
Beim Aufbrechen, nach altem Jägerbrauch,
hindert ihn der runde Bauch.
Der Peter hilfreich ist,- macht nicht viel Faxen,
steht schwer auf des Bockes Haxen.
Nach dieser schweren Arbeit wieder,
lässt man sich, zum Umtrunk, beim Chinesen nieder.
Laut, ja laut und breit schildern sie hier ihr Erlebnis.
Ein Räuschlein fein ist das Ergebnis.

Der Einserbock

Erklärung

Die Jäger haben, zur besseren Unterscheidung die Regel der 1er, 2er,3er

Einserböcke haben riesig große Hörner.
Die Zweier sind normal.
Die Dreierböcke sind Kümmerlinge.

Burli hat also einen Einserbock frei. Sein Jagdrevier geht normalerweise bis zum Silbersee. Zum Abschuss eines so wichtigen Bockes hat er seinen Pirschführer Peter mit. Gepirscht wird grundsätzlich mit dem Auto. Hinter dem Silbersee ist ein Kleefeld des Radl Poldi. Intensiv wird mit dem Gucker alles abgesucht.

-Halt-! Dort steht ein Bock. Starke Stangen, hoch auf, schön rot, also schon verfärbt. Die Stangen glänzen in der untergehenden Sonne. Starkes Wildbret konstatiert der Pirschführer. „Los doch, der passt“! Rumps, die Kugel ist aus dem Lauf. Der Bock knickt ein. „Oje ein Laufschuss!

Gut dass Barro dabei ist. Schnell den Hund heraus. Der flinke Barro ist gleich beim Bock und verbeißt sich in diesen und hält fest. Vorsichtig pirschen beide Jäger näher ran. Die Gesichter werden länger je näher sie kommen.

Der vermeintliche Einserbock ist die rote Heupresse des Radl-Poldi.

Barro bearbeitet noch immer den zerschossenen Reifen der Maschine.


Waidmannsheil ! November 2006 Gerhard Frohner

Der Orth-Schuster und sein Lumpi

Wieder einmal war der Pepi-Onkel bummvoll und nicht imstande allein nach Hause zu gehen. Der Wagner Hans und dessen Freund Gerschlager Motz nahmen sich seiner an, brachten ihn zu seinem Haus, lehnten ihn in der Einfahrt an die Mauer und verschwanden rasch. Es war, aus Erfahrung, für die Helfer nicht gut, wenn die Schusterin plötzlich auftauchte. Über so manchen hilfsbereiten Menschen ging ein Donnerwetter nieder und dem wollten sie entfliehen. Trotzdem wollten sie aber sehen, wie es dem armen Schuster weiter ergehen wird und so beeilten sie sich so rasch als nur möglich an die hintere Seite des Grundstückes zu gelangen, um über dem Bretterzaun, wie in einer Theaterloge alles weitere zu genießen. Jedoch bemerkte sie, obwohl sie ohnedies nur in Augenhöhe über den Zaun schauten, der Lumpi, Schusters Lieblingshund, der an einer Kette an seiner Hundehütte, einer ausrangierten Gefriertruhe, hing.

Durch das Hundegekläff wieder aktiviert, erschien nun der sich an der Hausmauer weitertastende Pepi-Onkel im Hof. Freudig über das Bellen, welches er als Begrüßung deutete, redete er auf seinen Liebling ein: „ Braver Lumpi, gell du freust dich dass ich wieder daheim bin“. Doch Lumpis Aufmerksamkeit war ganz auf die beiden heimlichen Beobachter hinter dem Bretterzaun gerichtet und hub wieder zu bellen an. „ Lumpi du Trottel, ich bin’s, dein Freund, der Schuasta“. Lumpi verstummt für zwei Sekunden, wedelt mit dem Schanz und besinnt sich seiner Aufgabe als braver Haushüter und bellt noch wilder.

„Kruzi Türken dir werd ich geben , dein Herrl anzubellen. Viech elendiges, du weckst ja meine Paula auf.“

Doch weiter geht’s mit „Wau-Wau!“

Der Schuster zornig, nimmt einen Besen und haut auf den Hund ein, dieser verschwindet in der Gefriertruhe und schweigt. „Braver Lumpi, jetzt hast mi endlich erkannt.“

Inzwischen ist die Schusterin auf der Stiege und begrüßt den Pepi mit nicht gerade feinen Worten. Sofort richtet sich des Schusters Aufmerksamkeit auf sein Weib. Der Hund aber hört das Kichern hinter dem Bretterzaun und kläfft neuerdings. Pepi vermutet, dass der Lumpi diesmal die Paula meint. „Ah, der bellt wegen dir, du, du .....“. Er will mit dem Besen auf seine Frau los, stolpert aber und schon hat Paula den Besen und drischt auf den armen Schuster ein und treibt ihn vor sich her hinein ins Haus.

Was sich dort vermutlich noch abspielte, haben wir nie erfahren.

Fredi der Schnepfenjäger

3.4.2005

Der Fredi ist im ganzen Land
als Schnepfentöter wohl bekannt.
Ganz bestimmt hat er, das sei unbefragt,
faule Erdäpfel im Hosensack.
So gelingt ihm immer, was alle Andern so verdrießt,
dass er mit seinen Jagdgäst’ die meisten Schnepfen schießt.
Doch wenn zur Gewohnheit schon das Schnepfenjagen wird
und plötzlich ein andrer Vogel sich zu ihm verirrt,
so sind das reine Routinesachen.
Er lässt seine Donnerbüchse krachen.
Der Vogel fällt mit einem Schuss,
für Fredi ist’s ein Hochgenuss.
Doch länger, ja, länger wird sein Gesicht,
er glaubt es kaum, was er da sieht.
Ein wahres Prachtstück liegt da im Gestrüpp.
Wieder mal hatte er das Glück.
Nur eines wundert ihn nach dem Ergreifen dann,
der Stecher, der sonst elendslang,
ragt nur zwei Zentimeter weit
aus einem blauen Federkleid.
Der Schnepf, den stolz er präsentiert,
ist nur ein Tauber,- der schon krepiert !

Das Waffenrad

Der Inbegriff von Güte und Qualität in der Vorkriegszeit war das „Waffenrad“. Stabil und unverwüstlich. Nicht jedermann konnte sich so ein Ding leisten. Es galt als Statussymbol bei der Bevölkerung.

Der Eh-so , Fredis Großvater, besaß eines und war auch sehr stolz darauf, besonders auch, weil er es über die Russenzeit in die Neuzeit herübergerettet hat. So war es nicht verwunderlich, dass er es hegte und pflegte.

Eines Tages kam er damit aufs Feld ins Johannesfeld, um in den Erdäpfeln das Unkraut zu dezimieren. Das Waffenrad, welches ihn hierher beförderte, legte er in die hohen Melden und deckte es mit Unkraut fest zu, um die Pneumatik vor den Sonnenstrahlen zu schützen. Jedermann wusste damals, dass die Sonne der größte Feind der Pneumatik ist. Alles war ja wie gesagt stabil, nur die Pneumatik hatte den Mangel, dass sie bei Sonnenstrahlung porös, rissig und brüchig wurde.

Nun lag es aber gut versteckt im Unkraut und die liebe Sonne hatte das Nachsehen. Seelenruhig konnte der Eh-so sich seiner Arbeit widmen.

Der kleine Fredi, der schon den Traktor lenken durfte, war auch am Feld. Er durfte am Rand die Melden abhäckseln. Da auch an der Anwand (Fürapp) hohes Unkraut wucherte, nahm er sich auch dieses vor und fuhr zügig hinein. Er konnte ja nicht ahnen, dass der Großvater hier sein „Heiligstes“ versteckt hatte. Erst nach lautem Getöse merkte er das Unheil, welches er angerichtet hatte. Im Häcksler vermankelt hing das Eisengerippe, an dem nur die Pneumatik noch zu gebrauchen war.

Auch der Eh-so hörte dieses Gerumpel und kam händeringend angelaufen. Als er das Unglück bemerkte, konnte er nur mehr schimpfen und immerzu nur den blöden Buben berichten, dass er dies Rad sogar vor den Russen gerettet hat.

Nun hing es als mahnendes Denkmal am Häcksler.

Schuld an allem war jedoch die blöde „Pneumatik“.

Der Püss, der Sohn des „Eh-so“ und Vater des Fredi

Er, der ein Frühaufsteher ist, ist schon mit dem Auto auf den Feldwegen unterwegs, wenn sein Fredi sich im Bett noch dreimal auf die andere Seite dreht. Er fährt, ob nun die Sonne scheint oder auch bei Regen. So passiert es manchmal auch, dass er auf den Wegen stecken bleibt. Nach langem hin und her und grässlichem Verfluchen des blöden Autos, muss er doch zu Fuß die Heimreise antreten. Aber auch im Winter ist er unterwegs, ob es nun schneit oder nicht. So war er wieder einmal neugierig, ob seine Felder im Johannesfeld noch vorhanden waren und kutschiert früh am Morgen bei Wind und Schneetreiben durch die Feldwege dahin. Beruhigt stellt er fest, ja - die Äcker sind seit gestern noch immer vorhanden. Nun interessiert ihn, als Jagdleiter noch die Gegenlisse, wegen der Rehe. Bei der Heimfahrt am Gegenlissenweg wird es schon schwieriger. Es sind bereits schon schöne, hohe Wechten angeweht. Beim Silbersee ist es dann so weit. Er visiert eine hohe Schneewechte an, vertraut auf seinen Geländewagen, gibt ordentlich Gas, vertraut ebenso auf Gott und fährt hinein. Durch diesen Schwung kommt er weit hinein, bleibt jedoch stecken. Der Wagen steht. Wieder ist das Arsch Auto schuld. Viel Gefluche, aber auch die folgenden Fußtritte gegen die Reifen bringen ihn nicht weiter. So macht er sich zu Fuß auf den Weg. Wieder einmal schreitet er entlang der Radlfelder und misst sie mit Schritten ab. Auch hier stellt er beruhigt fest, an der Länge hat sich seit dem letzten Mal nichts geändert

Vor Jahren wieder, fuhr er gemütlich beim Wagnerfeld, an der Gänserndorfer Straße. Dieser hatte seinen Rohrwagen neben dem Wald stehen. Der Weg war verflucht schmal. Ausweichen konnte Püss nicht, der Acker war frisch bewässert und die Erde sehr nass. Für Püss blieb nur ein schmaler Weg. Konzentriert fuhr er da durch. Plötzlich merkte er, dass der Rohrwagen auch neben ihm daherfuhr. Also Retourgang einlegen und zurück. Der Rohrwagen folgt ihm brav auch in diese Richtung. Wieder nach vor und wieder zurück. Verflixt der Wagen ist stur. Püss steigt aus und sieht, dass das Auto mit dem Wagen fest verbunden ist und dies ist nicht zu ändern. Es bleibt wieder der Fußhatscher und das schon bekannte Abmessen der angrenzenden Felder.

Trappenfangen

Die Großtrappe, aufgenommen in Obersiebenbrunn, 1971. Foto: Ing. Alfred Prager

Früher einmal waren auch im Raume Obersiebenbrunn viele Trappen anzutreffen. Es gab auch eine besondere Abart, den Zwergtrappen. Alle waren sozusagen Stammgäste, welche auch bejagt wurden, (ohne großartigen Abschussplan). Die Jagd auf Trappen war ziemlich einfach.

Da die Trappen die vielen landwirtschaftlichen Fahrzeuge kannten, waren sie nicht verschreckt, nur vorsichtig. Sie beobachteten diese mit großer Aufmerksamkeit, wie sie vorüberfuhren. Dies machten sich die Jäger zunutze und ließen sich mit einem Pferdewagen herankutschieren. An der Gegenseite der Trappen rutschten sie vom Wagen in eine Furche und warteten bis der Pferdewagen weg war. Da kehrte bei den Vögeln wieder Ruhe ein. Somit konnte sich der Jäger einen starken Hahn aussuchen und erlegen.

Dieser wurde meist verspeist, weniger oft präpariert. Also Trappen gab es genug! Das zur Einleitung!

Man wollte auch seinen Spaß haben und so entstand die folgende Geschichte:

Irgendein einfälltiges Wesen gab es immer und überall. So wurde wieder einmal so ganz nebenbei herum erzählt, man kann die Trappen auch fangen. Man benötigt dazu nur einen großen Aumkorb (Dieser war für den Transport der Weizen- und Haferspreu nötig). Damit es auch sehr lustig wird, benötigte man irgendeinen gutgläubigen Bürger.

Er wurde auch gefunden. Jener, mit Namen Hubert, musste am Abend mit diesem Korb am Slowakenweg warten und gemeinsam marschierte man Richtung Glinzendorf. Inzwischen war es bereit stockfinstere Nacht, als man am Trappenplatzl ankam. Der Korb wurde fachgerecht aufgestellt und weil die Trappen vom Licht angezogen werden, wurde eine brennende Kerze unter dieses Fanggerät gestellt. Sodann entfernte man sich von hier, jedoch nicht allzu weit, damit man auch hören konnte, wenn die Falle zuschnappt. Im Finstern schlich sich inzwischen ein schlauer Jäger an, löschte die Kerze und setzte sich in den Korb. Natürlich herrschte große Freude über den Fang und dem Hubert wurde die große Ehre zuteil, den gefangenen Trappen nach Hause zu tragen. Zwischendurch stärkten sich alle und auch der Hubert mit etlichen Schlucken aus einer Schnapsflasche. Der Hubert schnauft sehr unter der schweren Last, aber da man ihn immer ermunterte, es handle sich um ein besonderes Prachtexemplar das er da schleppen durfte, biss er alle Zähne zusammen. Er merkte aber, da immer sehr gelacht wurde, dass etwas nicht stimmte. Entlang des Rußbaches entledigte er sich von dem Korb, warf ihn in den Rußbach mit den Worten: „ Des Viech ist mir z’schwa „.

Das Gelächter galt nun dem patschnassen „Trappen.“

Als unser Jagdleiter Leopold Radl von einem Hund gebissen wurde

Nach der Jagd, beim Schüsseltrieb im Gasthaus Zier, ging es immer hoch her.

Der gute Jagdleiter ließ Liter um Liter aufmarschieren. Natürlich auf Jagdkosten, denn er selbst war ein sparsamer Mensch, sprich „Knauser“. Mit dem steigenden Alkoholspiegel stiegen beim Witiber auch erotische Gefühle. Er richtete es immer so ein, dass die Freundin eines Jagdgastes stets neben ihm Platz nehmen musste. Wegen erhoffter Jagdeinladungen, ließ sie sich auch allerhand Grapschereien vom Chef gefallen. Der Rauhaar unseres Gastes, sehr verhätschelt, lag stets brav bei Frauchen unter der Bank.

Und so erzählt der Jagdleiter selbst folgende Episode:

Als er mit der Hand, unterm Tisch, wieder auf Erkundigung war, spürte er plötzlich Haare. Diese fühlten sich sehr feucht an. > Hirn setzt sofort aus < . Er will daher der Ursache weiter auf den Grund gehen. Eiligst tappt er weiter, doch das ist dem braven Rauhaar zu viel, - er fasst zu !

Der Jagdleiter hat in seiner Brunftblindheit die haarige, feuchte Hundeschnauze mit ganz etwas anderem verwechselt.

Von dieser Zeit an hat die liebe Steffi-Tante ihre Ruhe.

Der Weihnachtskarpf des Karl Decker

Der gebürtige Waldviertler Günther Köpl, ein langjähriger Jagdgast und Chronist unserer Jagdgesellschaft, versorgt unsere Jäger jede Weihnachten mit Karpfen aus Heidenreichstein.

Bei der heurigen Abschlussjagd ist der Decker Karli, ein berühmter Fußballer und ehemaliger österreichische, sehr erfolgreicher Teamkapitän mit seiner Gattin eingeladen. Diese sehen das Verteilen der Fische an die Jäger.

Am nächsten Tag kommt ein Anruf der Frau Decker. Ob es nicht möglich wäre, dass der Herr „Ingenieur“ auch für ihren

Weihnachtstisch zwei Karpfen besorgen könnte, Sie habe einige Gäste welche sie verwöhnen wolle. Nun folgte ein Telefonat mit dem Günther Köpl, welchem ich den Wunsch der Deckers mitteilte.

Es wäre ja ein leichtes, die Karpfen in Wien zu besorgen, doch gerade heuer war die Auslieferung der Karpfen die im Donaukanal eingewässert waren, verboten. Dummerweise trat kurz vor Weihnachten eine Salmonellenvergiftung auf und so war der Verkauf dieser Fische untersagt.

Der Köpl sagte zu, die Karpfen zu besorgen und erbot sich, selbige an die Deckers zu liefern.

Ihm ging es vorwiegend darum, mit dem berühmten Fußballer persönlich bekannt zu werden.

Der Schlawiner holte aber die Karpfen nicht im Waldviertel, sondern besorgte sich diese über Umwegen, vom gesperrten Donaukanal.

Nach den Feiertagen kam ein Anruf der Frau Decker, wo sie mir überglücklich mitteilte, dass der Herr Dipl.Ing. die Waldviertler Fische geliefert hat und sie versicherte mir in höchsten Tönen, dass sie noch nie so köstliche Karpfen servieren konnte.

Einige Worte zu Karl Decker

Karl Decker war einer der berühmtesten österreichischen Fußballer.

Er spielte 25 Partien im österreichischen Team und erzielte in dieser Zeit 19 Treffer. Außerdem spielte er unterm Kriege in der deutschen Nationalmannschaft und brachte es in 8 Spielen auf 8 Tore.

In Österreich war er Bundeskapitän und in der so genannten Decker-Ära (1958 – 1964) wurden von 10 Länderspielen 9 gewonnen. Dazu zählten Schottland, Spanien, Ungarn, England und Italien.

Der Šmašenka aus Untersiebenbrunn

Der Šmšenka, ein kleiner, gedrungener und immer lustiger Mann. Selbstverständlich war er, da seine finanziellen Einnahmen eher gering waren, immer darauf aus von irgendwo Einnahmen zu haben. Fröhlich, wie er halt war, so saß bei ihm auch stets der Schalk hinter den Ohren.

So kam es daher zu folgender Geschichte:

Zu jener Zeit gab es kein Fernsehen, noch wenig Radio und man war, da auch auch Auto fehlte, selten aus seinem Ort heraus. Daher war eine schöne Ablenkung eine Theatervorstellung, welche durchwegs gut besucht wurde.

Šmašenka hofft daher auf gute Einnahmen, wenn er der Schönfelder Bevölkerung so ein Theatervergnügen präsentieren könnte. Ein schönes, gezeichnetes Plakat kündigt ein Stück mit dem Titel:

„ Die Flucht aus Ägypten“, an.

Pünktlich eine Stunde vor der angekündigten Beginnzeit saß Šmaše hinter dem Tisch am Eingang des Wirtshaussaales. Ein Schild zeigte den Besuchern, dass hier die Kasse ist.

Der Andrang war schon zu dieser Zeit gewaltig, man wollte doch gute, vordere Plätze ergattern. Šmašenka konnte sich für diesen Einfall gratulieren. In der Tischlade häufte sich das Geld. Als die Beginnzeit kam, war der Saal gesteckt voll. Die Gäste wurden vom Wirt gut versorgt, die Stimmung gut und man wartete geduldig, auch trotz des verspäteten Beginnes der Vorstellung.

In der Zwischenzeit verduftet Šmašenka bereits mit der gut gefüllten Kassa in Richtung Heimat. Schließlich wurden die Besucher ungeduldig und als auch hinter der Bühne alles ruhig blieb, sah man hinter den Vorhang und stellte verblüfft fest: hinter dem Vorhang ist niemand !

Der gewiefte Veranstalter war bereits auf der Flucht, jedoch nicht nach Ägypten, sondern nach Untersiebenbrunn.

Der Förster. Und wieder Šmašenka, dieses mal als Förster.

Sein immer präsenter, schief sitzender Steirerhut mit Gamsbart, gab ihn das Aussehen eines biederen Forstmannes. Dieses nutzte er zu folgenden Schalk :

Im nördlichen Weinland ist großer Bedarf an Brennholz. Dies weiß man auch in Untersiebenbrunn. Šmašenka wittert das große Geschäft. Er entwirft wieder einige Plakate mit der Aufschrift : - Holzlizitation -. Schlau wie er ist, gibt er den Zufahrtsweg bekannt , sodass die anfahrenden Holzmacher gar nicht nach Untersiebenbrunn fahren müssen, sondern über Oberweiden gleich den Weg in den Wald des Gutes Neuhof finden.

Um die angegebene Uhrzeit rattern schon die Traktoren heran. Der Förster beginnt mit der Holzzuweisung an die Interessenten und je nach Bedarf kann einer Hartholz und Weichholz selber schlägern. Der Preis ist günstig und jeder will so viel Holz machen, wie er auf seinen Gummiwagen laden kann. Natürlich musste gleich bar bezahlt werden, denn der Herr Förster hat nicht so lange Zeit bis jeder einzelne fertig ist. Er hat ja auch noch an anderen Orten Holz zu vergeben. Den Holzhamstern aus dem Norden ist es recht, denn wenn kein Förster anwesend, dann kann man ja ordentlich überladen.

Dem Förster Šmašenka ist es auch recht. Er macht sich auf den Weg zum Zugmann, wo er, da er wieder flüssig ist, einige Runden den ewig durstigen Saufkumpanen, schmeißen kann.

Der Pumuckl

( Der Peter Polz )

Jahrelang hatten wir einen Christbaumverkauf.

Eine brave Abnehmerin war Frau Polz. Heuer kaufte sie wieder einen und ihr Enkel, der Peter, vulgo Pumuckl (wegen seiner roten Haare), holt diesen Baum. Während meines wohlverdienten Mittagsschläfchens, weckte mich nach einiger Zeit das Telefon. Noch schlaftrunken griff ich zum Hörer und hörte einen sehr erregten Polz Peter, den Pumuckel:

„Bitte, Herr Frohner kommen sie und helfen sie mir.“
„I bring eahm net eine.“
„Des Loch ist z’kla’“.
„Er is’ viel zu dick.“
„I hob eahm schon zua’gspitzt,
„aber er fallt mir immer wieder um“.
???

Ich kam und habe ihm geholfen! Das ist doch Ehrensache

Der alte Magyar

Der Großvater von Willi war bekannt als Lügenbaron. Im Wirtshaus, wenn ein Wiener oder sonstiger Fremder einkehrte, begann er schon mit seinen G`schichteln.

Er behauptete unter anderem, dass er Hennen hat, welche 5 Eier pro Tag legen.  ???

Unglaublich! Wie das geht?

„ Na, in der Früh wenn die Hennen gackern, legen sie bald darauf ein Ei.

Von hinten schleicht er sich dann an und ergreift es ohne dass es die Henne bemerkt. Die Henne schaut dann unter sich, bemerkt aber, dass kein Ei da ist, geniert sich wegen des Geschreis und drückt gleich wieder eines heraus.“

Mehr als fünf will er aber nicht anfordern, denn sonst geht das arme Vieh noch ein.

Der Weihnachtsbaum

Typen gibt es in allen Orten, so auch in Siebenbrunn. Typen entwickeln sich sehr langsam zu Typen, sie müssen nur älter werden.

Einer davon war Szelnekovics Stephan , kurz Wichser genannt. Einen Namen den er selber gerne jeden austeilte, bis er als Markenzeichen bei ihm hängen blieb. Daheim ein braver Arbeiter und Wirtschafter, jedoch der Lieblingsaufenthalt in späteren Jahren – das Wirtshaus. Dort war sein Lieblingsthema die Madeleine aus Paris, die er mit viel Hand- und Fingergestik, beschrieb. Außerdem ließ er gerne jeden Neuling seine knirschenden Zähne hören. „Hörst meine Zähnt !“

Ein Anderer wieder, jünger und damals noch keine Type war Wagner Hans, „Der Gelbe“. Dieser war und ist heute noch ein richtiger Anheizer.

Wieder einmal, bei einer wichtigen Wirtshausdebatte, - diesmal über Weihnachten und das Fest. Der Gelbe wittert einen Schabernack, mischt sich ein und behauptet steif und fest, dass der Szelnekovics gar keinen Christbaum hat. Hin und her geht die Debatte. Ein Streit beginnt und was immer dabei sehr wichtig ist, es wird sogleich um einige Liter Wein gewettet. Der Wichser, der ja weiß dass er gewinnen wird, riecht bereits den Wein und eilt eiligst heimwärts. Bald darauf taucht er beim alten Kindergarten wieder auf und läuft mit wankenden Schritten zum Seehoferwirtshaus. In der Hand trägt er einen aufgeputzten Weihnachtsbaum. Seine Frau Rosa wild hinterher. Sie kann ihn jedoch nicht einholen, denn andauernd fallen Christbaumschmuck, eingewickelte Zuckerl und Schokolade auf die Erde herab, welche sie im Laufen aufzusammeln versucht.

Im Wirtshaus ziert alsdann ein Christbaum den Tisch der fröhlichen Zecher.

Zum Saufen gab es wieder einmal genug!

A pro pos : „Gelber“! - Der Gelbe hatte wieder ein neues Opfer.

Der Urknall

Im Seehoferwirtshaus, nachher Polz, war der Arbeiterball. Der Gelbe kommt mit seinem frischgebackenen Schwager, den Kukutsch Karli. Er ist ein Neu-Siebenbrunner, aus Wien stammend. Später wird er sogar Vizebürgermeister.

Sie stehen unschlüssig bei der Kasse und beobachten das Tanzgeschehen im Saal. Gleich neben der Kasse sitz, auf seinem angestammten Platz, der Orth Stephan.

Der Gelbe hat heute irgendwas Blähendes gegessen und spürt wie sich die Methangase entwickeln. Er lässt einen gewaltigen Schass, der sich wie der Urknall anhört. Der Schlaue schaut sofort den Karli an und meint treuherzig:

„Tu’ dir nichts an Karl, mir ist das auch schon einmal passiert“.

Der Orth Stephan, überzeugt davon, dass es der Kukutsch war, gibt dem armen Karli alle Namen die in Siebenbrunn gerade noch erlaubt sind. „Wearna Gfrast,“ und „elende Drecksau“ usw. „Du hast uns gerade noch gefehlt!“

Der Gelbe hatte wieder ein neues Opfer

Der Mikulics Flotschka (ANTON)

Die Gestallt klein, gedrungen. Im Sommer ist sein Kopf gegen die Sonnenstrahlen stets mit einem, an allen Ecken mit einem Knopf versehenen Taschentuch behütet. Er ist nie gut aufgelegt und grantelt ständig. Bei jedem Ärger stößt er einen kräftigen Fluch mit dem Worten „ christa boha „ heraus. Im Wirtshaus haut er bei diesem als Bestätigung mit der Faust auf den Tisch, dass alle Gläser hüpfen.

Einmal kommt er mit dem Traktor heim vom Feld. Er sieht durch die Stalltür die gehörnte Geiß, welche neben den Kälbern angebunden ist, dass diese das Kalb mit den Hörnern in die Seite boxt. Sein Gesicht verfärbt sich, zum fürchten, ganz rot. Er läuft dorthin, bindet die Ziege los und schleift sie zur nahen Werkstatt. Dort spannt er sie mit den Hörnern in den Schraubstock und mit mehrmaligen „christa boha“, sägt er der Geiß die Hörner ab.

Die Fahrt mit dem Goaßbock

Die Steindl Tante brachte mir einmal ein kleines Geschirr, welches sie in ihrer Kindheit zum Fahren mit einem Bernhardiner verwendete. Hier bei uns kein Bernhardiner weit und breit. So kamen wir auf die Idee, dass der Ziegenbock des Weiland Hansi für diesen Zwecke gerade das richtige Gespann wäre. Nachdem der Otata die Erlaubnis erteilte, wurde dieser angeschirrt und in kleines Leiterwagerl eingespannt. Da der Bock aber das Ziehen nicht gewohnt war mussten zwei größere Buben diesen führen. Der Orth Emil und der Gustavik Rudi wurden dazu ausersehen.

Nun ging es los, der Hans vorne im Wagerl, ich dahinter. Diese Fahrt ging hinein ins Dorf bis zum Schinhan Wirtshaus und dann zurück. Eine riesige Kinderschar um und hinter uns begleitet uns. Eine echte Sensation, eine richtige Gaudi.

In der Bahnstraße, beim Neugebauerhaus will der Bock einfach nicht mehr.

Mit einem Wort, wie es so schön heißt: „ Er bockt“.

Der sehr erfinderische Hans griff daher nach vorne und zwickte den Bock in die Eier, darauf der Bock wieder agil wird und einen richtigen Satz macht. Den Hans schleudert es dabei vom Wagen und er kommt unter die Räder.

Geplärr und Ende der Vorstellung.

Jahrelang stank das Geschirr, welches bei der Gartentür hing. Nicht zu glauben, dass das so lange und intensiv stinken kann.

Huatbrumma

Ein (blöder) Siebenbrunner Brauch

Wie alt das „Huatbrumma“ ist weiß niemand genau, doch der Pozarek Johann, „der Dokta“, hat es wieder und oft ausprobiert.

Nun vom Huatbrumma wurde immer gesprochen, wenn ein Fremdling im Gasthaus war und schon einige Liter Wein über die Nieren gespült waren. Da erwähnte der Dokta ganz nebenbei, dass man schon lange nicht mehr das schöne Huatbrumma veranstaltet hat. War der Fremde endlich neugierig geworden, bot man ihm an, dass er ausnahmsweise einmal mit brummen darf. Hocherfreut über diese Ehre war er gleich Feuer und Flamme und brannte darauf, auch einmal mitbrummen zu dürfen.

Jetzt wurde rasch ein großer Hut besorgt, welcher eine breite Krempe hatte und man begab sich ins Freie, wo das Brummen anscheinend besser klang. Es wurde im Kreise aufgestellt und jeder Teilnehmer fasste mit den Zähnen die Krempe des umgedrehten Hutes und brummte hinein. Nun wenn da 4 – 5 Männer brummten, klang dies schon schauerlich.

Alle eingeweihten Teilnehmer wussten nun was zu tun war. Durch die Hutkrempe verborgen, holten alle ihre Wasserspender aus dem Hosenschlitz und entleerten unter Ächzen und Brummen ihre vom Wein und Bier gefüllte Blase auf den armen, unwissenden Fremdling. Meist merkte der so begossene erst dann sein Unglück, wenn nach getaner Arbeit einer nach dem anderen die Hutkrempe schleunigst verließ und er als nasser Bär zurückgelassen wurde.

Lesung von Fredis Jagagschichten

Der Tag der Lesung von Fredis Jagagschichteln rückt näher.
Mein Bauchweh auch.

Jedoch beim Gedanken an Freunde und alte Siebenbrunner Typen, welche nicht mehr sind, denke ich an mein Motto: „Gestorben sind nur die, von denen man nicht mehr spricht“ Also muss ich!

Es wird besser, je mehr ich an mir psychologisch arbeite:

„Ich kann es – es wird ein Erfolg“ (dreimal alle 10 Minuten)
>Es kann nichts mehr schief gehen!<

Der Bibelspruch: „Was du befürchtest,- kommt über dich“ hängt wie ein Damoklesschwert über mir, vor allem wenn ich an den Jakob denke.

Am Vormittag, bei der 11er Messe, verspricht er mir, er kommt zur Lesung und wird auch schön brav sein.

Es kommt der Abend. Ich begebe mich zum Tatort. Beim Aussteigen höre ich aus dem Gasthaus die Stimme des Sängers, unseres Heldentenor Giacomo mit dem Lied:

“ Auf der Straße, nach Mendocino......“. Ich betrete das Lokal. Jakob begrüßt den „Dichter“ und bittet um Applaus. Die besoffenen Saufkumpanen applaudieren. So werden auch alle meine Zuhörer mit Klatschen willkommen geheißen.

Na das wird ein reizender Abend!

Es beginnt ganz ruhig. Auch ich werde ruhig und komme in Fahrt.

Bei der zweiten Geschichte werde ich irritiert, denn an dem Tisch, neben mir, steht eine wankende Gestalt. Ein Fan von mir, der Pozarek Martin. Er bringt nur mühsam, lallend einige Wortfetzen heraus wo Musikverein, ...Werner… und Gratulation – Sportklub, zu verstehen sind.

Nach wilden Zurufen meiner Zuhörer: „Schleich di“ schleicht er sich wirklich und verschwindet wankend im Gastzimmer.

Die unterbrochene Geschichte setze ich fort und weiß, es ist eh für die Katz.

Kaum habe ich mich erfangen, reiße ich mich zusammen und fange die nächste Story an. Wieder erklingt das Lied von dem Mädchen auf der Straße nach Mendocino.

Wieder dieselben Unmutsäußerungen des Publikums. Pfuschi ist wütend und droht bereits mit Watschen. Giacomo beschließt daher das Feld zu räumen. Er kommt jedoch nicht vom Stuhl hoch und plötzlich liegt er mit diesem am Boden. Am Rücken liegend krabbelt er, wie ein Maikäfer, mit Händen und Füßen in der Luft herum. Es ist ihm unmöglich aufzustehen. Der Fredi und der Polz Peter schnappen ihn und befördern ihn hinaus.

Ich brauche noch 2 Stücke um in Fahrt zu kommen, kann aber diese Lesung gut zu Ende bringen.

Trotzdem ein guter Erfolg!

Draußen schläft der Pozark am Tisch und

Jakob sitzt daneben und schaut mit einem Auge fern. In sich gekehrt, - völlig abwesend.

Der Reeb Jakob verstarb bei einem Wirtshausbesuch beim „Ossi“ am 5.11.2009

R.I.P.

Fredis Erklärung zur neuesten Jägerbekleidungsvorschrift

Die Neuerung:

Gültig ab dem neuen Jagdleiter Franz Gerschlager 2005

Das orange Band am Hut.

Da die Grünen, sowie die Tierschützer andauernd uns Jäger kritisieren, es wäre unfair, dass wir in Wald und Feld mit unseren grünen Tarnanzügen umherschleichen, sodass uns das Wild nicht erkennen würde und wir auf Grund dessen leichter das Wild abknallen können.

Ab nun gilt die neue Bekleidungsvorschrift.

Am Hut ist ein weit leuchtendes oranges Band zu tragen. Dies gilt auch für die Jagdhunde und Treiber.

Also, ab nun kann jeder Hase und Fasan einen Jäger, sowohl auch seine Helfer, Treiber und Hunde, auf 300 Meter Entfernung erkennen und sich zeitgerecht in Sicherheit bringen.

Sollten diese besagten Tiere es nicht tun, können sie ohne weitere Warnung erschossen werden.

Schluss!!! Aus !!! Und keine Debatte mehr!!!!!!!!!!!!!!

Ende

Eine Jagd im Waldviertel

> Waldviertler sand zwa Leut’, das gilt auch für ihre Jäger!<

Wir sind ganz oben zu einer Waldjagd geladen (Litschau). In Obersiebenbrunn sind die Jubeljahre mit Fasanen und Hasenstrecken wie seit langem nicht. Mit dabei sind die Jungjäger Joschko und Pepi, sowie der Wiener Frohner.

Die sehr feierliche Begrüßung und weitere Anleitungen beginnen. Schon kommen die lustigen „Marchfelder Kommentare“, welche diese Zeremonie stören. Aber dann geht es los, hinaus ins Revier zum ersten Trieb.

Natürlich ist weit und breit kein schußbares Wild in Anblick.

Es kommt der zweite Trieb. Unsere Jungjäger fadisieren sich und zerschießen einen verrosteten Kübel. Nach dem Trieb herrscht große Hektik. Der Schusszähler, der Radrennfahrer Dolferl Christian hat 14 Schüsse notiert und sucht die erlegten Hasen hinter den Bäumen. Er kennt unsere Schelme und nimmt an, diese haben das Wild versteckt. Unser Freund Köpl wieder streitet sich mit seinem Vater, der hier Jagdleiter ist und behauptet das dieser Trieb immer zuerst bejagt gehört, denn er hätte schon immer gesagt, dass hier die meisten Hasen liegen. Das Ergebnis des ersten Triebes bleibt trotzdem „Null“. So geht es weiter. Im nächsten Trieb wieder eine wüste Knallerei. Dem Dolferl wird der Notizblock schon zu klein. Der Trieb ist aber auch eine Nullrunde. Ich selber bin bei der Treiberfront eingeteilt. Ich erlege beim nächsten Trieb zwei Hasen. Bei den Standschützen liegt auch ein Hase. Der Schusszähler notierte jedoch weitere zehn Knaller. So geht es einige Triebe weiter. Der Bezirksjägermeister, Noe Nordberg, verlässt die Jagd wegen dringender Termine. Später richtet er dem Jagdleiter aus, dies wäre die undisziplinierteste Jagd an der er je teilgenommen hatte. Bumm! Das war hart.

Trotzdem geht diese Jagd friedlich und ohne Verlust an Jägern zu Ende.

Die „erfreuliche Strecke“: 5 Hasen mit etwa 80 Schüssen.

Der Schüsseltrieb ist lustig und laut wie immer. Spät in der Nacht ist Aufbruch.

Als alle meine Akteure im VW Bus sitzen, startet an der drüberen Seite der Miststätte ebenfalls ein Auto. Durch dessen Scheinwerferbeleuchtung sehen wir hoch oben auf dem Misthaufen die Silhouette des alten Köpl und wir erschrecken zu tiefst. Er hockt dort oben bei seinem großen Geschäft wie ein Mahnmal. Die Glocken baumeln herab bis zum Stroh, mit der erhobenen Faust droht er aber zu uns herab mit den Worten: „Ich verfluche eure Marchfelder Hasen. “ Uns erstarrt das Blut in den Adern. Brrrrrr….

In unserem Gästebuch ist nachzulesen

Die Strecken gehen bei uns laufend zurück. Im Waldviertel aber blieben diese konstant.

> An allem schuld ist dieser Waldviertler Hasenfluch! <

Der Radl Ferdl, der Ferdl-Onkel genannt

Ein kleines Manderl von Gestalt, wirtschaftete am Hause 31.

Als Mitglied der hiesigen Jagdgesellschaft, war er stets bei jeder Jagd dabei.

Es war eine Zeit, die nicht sehr rosig war. Die Patronen wurden zu jener Zeit meist selbst gestopft, wobei nach einem Schuss mit diesen, erst der Rauch abziehen musste ehe man sehen konnte, ob der Hase auch getroffen war. Er hatte nicht sehr viele Patronen dabei. Gerade so viele, wie am Patronengurt Platz fanden.

Um diese Patronen zu sparen, hatte er eine eigene Methode entwickelt:

Er zielte lange auf einen Hasen, setzt aber dann das Gewehr ab mit der Bemerkung: „ Is scho z’weit “, oder aber bei einem näheren Hasen drückte er ab und wenn dabei nur ein Klicken zu hören war, meinte er lakonisch:

„ Scho wieda a Vasoga.“

Auch ohne Patronenverschleiß schleppte er am Abend einen großen Hasen nach Hause.

Peinlicher Sager eines Jagdleiters

Zu seiner Zeit passierte einem Jagdleiter ein peinlicher „Sager.“ Bei einer Begrüßung bei der Waldjagd wurden da auch die Jagdregeln dafür verkündet:

„Ich möchte darauf hinweisen, dass im Wald jede unnötige Ruhe zu vermeiden ist.“

Der hl.Hopala - Schutzpatron von Glinzendorf

Wohl ist es schon üblich, dass Länder, Gemeinden oder Zünfte ihren eigenen Schutzheiligen haben und diesen auch verehren. Dass aber eine kleine Gemeinde, wie beispielsweise Glinzendorf, ist schon sehr verwunderlich.

Dazu kam es vor Jahren bei einer Bittprozession.

Der Vorbeter geht vor der gläubigen Gemeinde einher, hat ein Büchlein und ruft daraus Namen aller möglichen Heiligen an. Das hinter ihm herstapfende Volk hat die schwierige Aufgabe, inbrünstig und laut nach jeden angekündigten Namen den Satz von sich zu geben:

„Bitte für uns“ !

So zieht man gemeinsam durch die Felder. Immer dem Vorbeter nach.

Von diesen hört man:        „Heiliger Sebastian“…
              Volk:         „ Bitte für uns“!
          Vorbeter:         „Heiliger Benedikt“…
              Volk:         „Bitte für uns“!         
          Vorbeter:         „Heiliger Martin“
              Volk:         „ Bitte für uns“!   
                    usw. usw……

Man ist andächtig bei der Sache und damit sich kein Fehler einschleicht, kommt nach jeder Ankündigung des jeweiligen Heiligen prompt die Antwort: „Bitte für uns“.

Der Vorbeter ist ebenfalls voll konzentriert bei der Sache.

„Heiliger….er stolpert über einen Stein und sagt: „Hoppala“.

Das hinter ihm gehende Volk ruft natürlich aus frohem Herzen: „Bitte für uns!“

Und so erhielt Glinzendorf einen gemeindeeigenen Heiligen, den

Hl.Hopala

Traktorüberprüfung

Vor Einführung der Begutachtungsplakette (Pickerl) war es üblich, dass fallweise durch das Amt der NÖ Landesregierung die Traktoren und auch Anhänger überprüft wurden.

Einige Siebenbrunner Burschen haben sich dies zu nutze gemacht und spaßhalber an einige Bauern „Ladungen“ verschickt. Der Schreiber war der Reeb Jakob.

Neugebauer Josef – Gerschlager Josef – Brennreich Herbert – Ifko Rusovics – Radl L.- sowie der Orth Josef; (der Schuasta.) waren die nicht sehr erfreuten Auserwählten welche folgendes Schreiben erhielten:

Für ihre Zugmaschine ist eine Überprüfung der Fahrtauglichkeit angeordnet.
Zeitpunkt: 1.Juni 1965, im Hof des Gasthauses Hansy in Gänserndorf
Amt der NÖ Landesregierung
Unterschrift ( unleserlich )

Große Aufregung bei den Landwirten. Alle ließen ihre Traktoren überholen und auch reparieren. Beim Gerschlager machte die Reperatur im Lagerhaus einige Tausender aus.

Tage vor dem Ereignis wurde gewichst, geputzt und poliert.

Der Orth Schuster mit seinem Adlatus Eder Karl waren besonders eifrig, wollten sie doch mit dem schönsten Traktor der Partie glänzen und die gestrengen Beamten beeindrucken.

Um 7 Uhr früh sammelten sich die Delinquenten beim Milchhaus. Im kleinen Park des Porschdenkmals, gut getarnt, beobachteten und genossen die jugendlichen Täter die Abfahrt

ihrer Opfer.

Nach einer Stunde ratterten die Traks über die Kollerbrücke (in Gänserndorf) und parkten sich beim Gasthaus Hansy ein. Gasthaus ist noch geschlossen. Obwohl bei manchen der Akteure bereits arge Durstgefühle hochkamen, harrte man auf das nun zu erwartende Ereignis.

Um 9 Uhr ist noch immer nicht geöffnet und auch die gefürchteten Beamten sind noch nicht aufgetaucht. Man sieht einmal nach und sieht die Tafel im Fenster:

>Heute Ruhetag<

Da werden unsere Ausflügler stutzig und eilen zur nahe BH, um sich genauer zu erkundigen.

Dort wurde ihnen mitgeteilt, dass heute keine Überprüfung vorgesehen ist. Nun wurde ihnen auch klar, warum der Radl Poldi nicht mitgefahren ist, denn dieser vermisste auf der Ladung den Amtlichen Briefkopf der Landes-Regierung. Vater Radl, der als ehemaliger Bürgermeister mit Ämtern zu tun hatte, riet seinem Sohn nicht mitzufahren.

Die gefoppten fuhren daraufhin ziemlich verärgert, jedoch mit ihren wie neu aussehenden Maschinen in Richtung Heimat.

Die anonyme Prüfungskommission:
Reeb Jakob, Teuschl Poldi, Pozarek Hanserl

Mit einem Schlag auf die pralle Hinterbacke zum Hirschenjäger

Fangen wir also an. Natürlich am Anfang.

Am Anfang war der Satzling, der uns, da das Erzbistum vergaß dieses Gebiet bei der Jagdgebietsfeststellung der Behörde zu melden, zugesprochen wurde. Danke schön!

Also der kleine Gerschlager nahm es gleich in Besitz und sitzt dort Tag und Nacht und Jahr für Jahr auf irgendeinem Hochstand. Zig Sauen legte er bereits leichter auf die Schwarte, als eine Weibsperson aufs Bett.

Heuer endlich ist im der Wurf gelungen. Nein nicht eine „Hübsche“ liegt auf dem Bette, sondern ein prächtiges Schmaltier auf der Decke. Bald darauf steht er, na was denn, der erste Hirsch vor seiner Büchse. Rums, - er liegt, hat aber nicht die erhoffte Trophäe. Trotzdem Waidmannsheil!

Inzwischen ist auch der Hofer Ritschi fündig geworden. Ein freigegebener Dammhirsch liegt nun ebenfalls auf seiner hell gepunkteten Decke.

Franzl, der Geburtstag hat, lädt zu Sinnis neuem Wirtshaus ein, um dies alles rechtens und gebührend zu feiern. Damit es gleich in einem Aufwaschen geht, erlegt er in aller Frühe schnell ein Hirschkalb.


Weiter geht’s nun im neu renovierten Fabrikswirtshaus.

Trophäen des heurigen Jahres, alte Bilder, neue Toiletten, frisches Personal, alles ist da.

Und alsdann kommt Gerhard, Oberhaupt der Jäger des Bezirkes, mit Rucksack hint’ und vorn. Mit einem dicken Rohr im Sack und Pirschstock für die Zeremonien.

Zuerst beugen sich die jungen Rehbockschützen über ihre ersten Geweihe. Hose runter und mit dem Pirschstock eine über das Gesäß. So nun seid ihr edle Jäger, so will es der Jägerbrauch.

Derweil schaut die Kellnerin mit geilem Blick auf die entzückenden Unterhosen der so geadelten Schützen.

Der Hofer Ritschi ist nun der Nächste, der sein Hinterteil freimacht.

Gratulation und Schlag und Schnaps! Wieder ein edler Hirschtöter mehr.

Den Abschluss macht nun unser Jagdleiter. Wie schon gehabt, lässt er gekonnt sein Hinterteil erstrahlen. Der Bezirksjäger mahnt mit ernsten Worten und mit einem Jägerschwert, sprich: „Hirschfänger“, der sanft auf die runde Sitzgelegenheit klatscht. Alle edlen, ehemaligen Hirschetöter machen es ihm mit todernster Miene nach. Doch damit nicht genug wird ihm noch durch einen riesigen Trichter, (Horn von irgendeinem Rindviech), zur ewigen Erinnerung, reichlich Alkohol in verschiedenartigen Formen verabreicht.

Die stolze Mutter liest ein selbstverfasstes Heldenepos. Bravo !

Prost und Waidmannsheil !

Mit Spannung erwarten wir, dass unsere Jagdkolleginnen einen Hochwildabschuss tätigen!

Die zum Schluss verabreichten Speisen, welche von Franzls erstem Hirsch stammen und nun vom festlich gekleideten Personal serviert wurden, werden wir lange nicht vergessen.

Weidmannsheil und Mahlzeit und herzlichen Dank ! 15.09.2007 G.Fr.


18.-11.-2008

Sautanz

Strecke: 4 Schwarzkittel

Wau,- das war heut’ eine Schau!
Unser Chef, der Franz, war heut bei der Sache ganz.
Die Gegenlissen war sein Arbeitsplatz,
wo er einige Jaga lud’ zur Wildschweinhatz.
Beim Häckseln war’n da plötzlich viele Sauen,
man konnte fast den Augen nimmer trauen.
Gekonnt, wie wir es von ihm gewohnt,
erlegt er gleich zwei, vom Traktordach,- sehr gekonnt.
Am Forstschutzgürtel wiederum, da steht der Franzl Gall herum.
Er legt dort gleich eine auf die Schwart’,
obwohl der Luti auch schon wart’.
Dieser aber ließ sich nicht lumpen
und wollte eine mit Blei voll pumpen.
Das Blei, das für die Sau gedacht, das steckt ab nun in einem Ast.
Hinter einem Strauch aus Ginster,
lauert Zierli 2, der Günther.
Und eins, zwei, drei im Sauseschritt,
kommen drei Sauen, die Vierte mit.
Davon legt er um der Sauen drei,
- der vierten ist es einerlei.
Ab nun beginnt der Günther mit Handy rufen sich abzuquälen
die Sauen sich derweil empfehlen.


Jetzt kommt des Stückes zweiter Akt,
am nächsten Tag und das vor acht.
Die Nachsuche beginnt mit fermen Hunden
und eine Sau wird rasch gefunden.
Diese stammt zwar nicht vom Mag. Zier,
nein durch Beschuss des Ritschi, - so glauben wir,
obwohl er sagt er habe absolut gefehlt,
hatte sie sich doch noch durch den Wald gequält.
Ab nun begann dann ein Gerenne
durch das vortägige Sauengelände.
Absolut nichts mehr wurd’ geseh’n.
Am Abend konnten wir nach Hause geh’n.

G. Frohner- M. Brenner- R.Hofer- F.Gerschlager- F.Gall

P.S.: Wir glauben nur – der Gall Franz war der „Gute Schütz“ ( Keiler 60 kg, s.Bild)


Flintensicherung

Der Jagdleiter führte eine Hahndoppelflinte. Er schulterte sie so, dass er seinen Arm bequem abstützen konnte. Meist war diese geladen und oft auch waren die Hähne gespannt. Arg war es immer wenn er nach der Mittagspause auch noch viel getrunken hatte. Es gruselte uns immer, wenn die Laufmündung laufend auf unsere Bäuche gerichtet war. Niemand wollte dem alten Herrn, wegen des Respekts, etwas sagen, bis endlich der Zier Franz kurzen Prozess machte, ihm das Gewehr abnahm und entlud. Seit dieser Zeit blieb die Flinte stets ungeladen.

Ab nun saß er im Auto und feuerte die Jäger beim Fasanjagen an: „Hats sas obe“!

Der Auerhahn in unserem Jagdzimmer

Vater verstarb als ich gerade 6 Jahre war. Daher hatte ich keine Ahnung wie dieser Vogel in unser Zimmer kam.

50 Jahre später

In den 70er Jahren war ich zu einer Jagd im Erzbischöfliche Revier Jedenspeigen geladen. Es war eine Waldjagd, wo angestellt und dann durchgetrieben wurde. Mein Nachbarschütze, ein sehr alter Jäger. Nach dem Abblasen gingen wir zusammen zum Sammelplatz. Wie man halt dabei so plaudert, kommt die Sprache auch darauf, wo man herkommt. Als ich erzählte ich bin aus Obersiebenbrunn, sagte er mir er wäre aus Kirchschlag/W. und sagt mir, er führte einmal, in seiner Jugendzeit, einen Bürgermeister aus diesem Ort zum Abschuß eines Auerhahns.

Ich bin sofort ganz Ohr !!!

So sagte ich ihm, dass dies mein Vater gewesen sein musste.

Und so schildert er mir dann dieses damalige Geschehen:

Zeitig früh führte er meinen Vater zu einer Auerhahnpirsch und sie beide sprangen in alter Manier den Hahn an. Es ging alles gut. Nach dem Schuss ritt der Hahn aber ab. Nachsuche brachte nichts. Papa musste aber heim, denn bis zum Muttertag musste er daheim sein. Mama war schon mit Ilse schwanger. Also begab er sich nach dieser erfolglosen Nachsuche zur Postautobusstation, einem Wirtshaus in Kirchschlag/Wechsel.

Dem jungen Förster lies dies alles keine Ruh’ und er ging wieder hinaus ins Revier, um nochmals das morgendliche Geschehen durchzugehen. Als er bei einem alten Heustadel vorüber kam, saust sein Hund in diesen hinein und gibt laut. Unter einem Stapel Holzstaketen sieht er etwas Schwarzes. Bald zieht der Hund den bereits verendeten Hahn heraus. Hocherfreut macht er sich eilends auf den Weg hinunter nach Kirchschlag. Im Gasthaus sitzt noch Papa zusammen mit anderen Bekannten und Jägern. Der Autobus ist noch nicht weg. Der junge Förster, sein Name ist „Fritz Kempf“, hängt den Hahn neben der Tür, wo Papas Rucksack und Gewehr hing und setzte sich zur Runde. Er sagt nichts! Zum Abschied wird noch eine Lokalrunde gebracht. Als sich der Autobus mit lautem hupen nähert, verabschiedet sich Papa und eilt zur Tür. Doch dort sieht er neben seinen Habseligkeiten den Hahn hängen.

Heimgefahren ist an diesem Tag nicht mehr! Ich kann es verstehen!

>Noch einmal meinen innigen Dank dem Oberförster Kempf Fritz.<

Hubertusgedenkstätte

Ort: Gegenlisse, beim Feuchtbotop

Idee und 1.Entwurf: Gerhard Frohner Plan: Arch. Paul Bauer

Annlass: Jahrhunder- Jahrtausendwechsel

Hubertus

Steht für gerechtes Waidwerk welches auch im nächsten Jahrtausend gepflegt werden soll.

daher die Inschrift:

>Mit dem hl.Hubertus ins 3.Jahrtausend<

Silvester 1999

>Die Jäger von Obersiebenbrunn<

Mitarbeit: Iser Josef, Alfred Iser. Franz Gerschlager jun., Franz Frohner,
           Richard Hofer, Alois Brandstetter, Alois Naimer, Gerhard Frohner
Ehrenmitarbeiter: Ignaz Schuh, Maurerarbeiten u. Dach
                  Karl Ott, Holzarbeiten
                  Franz Hajek

Geldspenden:      Franz Zier           ATS 1.000,-
                  Gerhard Frohner      ATS 1.000,-


Die Jagdgesellschaft zu diesem Zeitpunkt:

Jagdleiter:  Josef Iser
Aufseher:   Brenner Martin, Frohner Gerhard, Gall Franz, 
            Iser Alfred, Ricker Hermann, Zier Franz

Mitglieder:  Gerschlager Franz, Hofer Richard sen, Ripfl Hans, 
             Schöner Hermann, Lahner K., Slavik Josef, Slavik Franz, 
             Brandstetter Alois, Zier Günther, Naimer Alois, 
             Frohner Franz, Wagner Hans, Hofer Richard jun., 
             Slavik Christian, Pribyl Andreas Gerschlager Franz jun.,

Abschlussjagd 1999

Nach dieser Jagd wurde auf diesem Platz die Strecke gelegt und von Werner Manfred verblasen.

Weiters wurde für alle im 20. Jahrhundert verstorbenen Waidmänner ein Kranz niedergelegt. Die Festansprache hielt Jagdleiter Josef Iser, welcher den Werdegang und den Sinn des Denkmales schilderte, sowie alle Beteiligten bei der Errichtung würdigte.

Die Strecke am 30.12.1999

1 Hase

32 Fasanhähne

1 Henne

Jahresstrecke 1999


    10 Hasen                      46 Krähen
   227 Faanhähne                   5 Wildschweine
     7 Hennen                      19 Rehböcke
     7 Enten                       17 Gaisen
     8 Eichelhäher                 19 Kitze
     3 Schnepfen                   12 Füchse
     2 Elstern                      1 Marder
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