Hausschlachtungen

Aus Dokumentation Obersiebenbrunn
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Patzl Toni, 1937

Früher wurde in den Bauernhöfen für den Eigenbedarf und für den Verkauf selbst das Vieh geschlachtet und verarbeitet. Dazu wurden meist Helfer organisiert, denn die Schlachttiere hatten ein wesentlich höheres Schlachtgewicht als heute. Es waren oft bis zu 4 Leute bei der Schlachtung eines Schweines bei der Arbeit.

Die Kriegsjahre

Text: Gerhard Frohner

Während des Krieges und auch danach wurden alle Lebensmittel streng bewirtschaftet. Oberste Behörde dafür war das Ernährungsamt bei der Kreisleitung, später Bezirkshauptmannschaft. Für alle Lebensmittel gab es Lebensmittelkarten, wo bei einem Einkauf Abschnitte abgetrennt wurden. Diese mussten auf Kartons geklebt, bei diesem Amte abgegeben und verrechnet werden. Für Bäcker, Kaufleute und Fleischer eine riesige Mehrarbeit. Auch die lebenden Tiere der Bauern wurden bewirtschaftet. Enten, Gänse, Hühner wurden durch Kontrollore gezählt. Eier mussten abgeliefert werden. Natürlich wurde auch der Schweinebestand genauest kontrolliert und verwaltet. Auf "Schwarzschlachtungen" standen hohe Strafen. Schlaue Bauern wussten sich zu helfen. Bei einer Hausschlachtung, welche vorher gemeldet werden musste, kamen Kontrollore, um das Gewicht zu bestimmen. In Siebenbrunn waren dies Herr Adam Zehetbauer und der Herr Juriga von der Neusiedlerstraße. Beide waren sehr kulant und drückten beide Augen zu. Wenn auf der Saurehm eine 250 kg schwere Sau hing, so schätzten sie oftmals diese auf z.B. 120 kg. Danke schön!

Peinlich war es jedoch, als ein besonderer Schlaumeier ein Schwein schon zeitig früh schlachtete, die andere später und in der Aufregung übersah, dass auf der Rehm zwei Schweinehälften hingen, welche komischerweise beide ein Schwanzerl hatten.

1946/47 Der damalige Bezirkshauptmann war auch beim Roten Kreuz der Chef. Dieser benötigte für den Bau eines Rotkreuzhauses in Gänserndorf Geld für den Neubau. In vielen Orten kamen die Beamten des Ernährungsamtes, durch Gendarmen verstärkt und machten Hausdurchsuchungen bei den Bauern. Sie wurden oftmals fündig und der Neubau am Bockflisserweg in Gänserndorf war finanziert.

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